Mayrhofen, August 2006
Griassenk an alle Pilzesammler, Schwammalbrocker, Fladrofunghi und speziell an alle Partner und Freunde derselben. Wir kennen unser gemeinsames Schicksal: Schwammalputzen. Für den genussvollen Verzehr sollen unsere Früchte des Waldes, zumindest optisch und im trockenen Zustand, von Insekten, Würmern, Maden, Koniferennadeln, Wildlosung und dergl. befreit werden. Die mühsame, eintönige, nervenaufreibende, von Niemandem gewürdigte Arbeit wiederholt sich jeden Sommersonntagabend aufs Neue. Hier ist die Revolution, der arbeitstechnischer Quantensprung! Die Firma Eisenbacher ist nicht unstolz, Euch, liebe schwammalputzgeplagte Freunde, diese epochemachende Innovation lange vor dem lahmarschirgen Mitbewerber anzubieten. Ein kleiner, leistungsstarker Kompressor + Spiralschlauch +Ausblaspistole ersetzen den Einsatz von Messer, Pinsel und Fingernagel zur Gänze und reduzieren die Putzzeit auf ein angenehmes Minimum. Die Wirkung des Luftstrahles wird nach kürzester Anlernzeit (stufenlos regulierbare Distanz zwischen Ausblaspistolenspitze und Schwammal) von jedem Analphabeten gecheckt. Bis auf wenigen Ausnahmen* ist diese ausgetüftelte Taktik auf alle Pilze, vom Pfifferling zum Zigeuna, über den Knollnblättra, bis hin zum kleinen gemeinen schrumpeligen, rosaroten Scheidensteckling anzuwenden. Komplettangebot = Stecker in die Dose, Schalter auf ON und Auf Geht’s! Im Gesamtpaket statt Stattpreis € 299.99 jetzt nur mehr € 99.99 der totale Wahnsinn Im obenstehenden Betrag ist die leider gesetzmässige Umsatzsteuer bereits enthalten. Der gewerbsmässige Schwammalsucher kann daher diese Abgabe beim Finanzamt geltend machen. Dadurch reduziert sich sein Aufwand auf läppische € 83.30.
* nicht anzuwenden bei Atompilz, Fusspilz und unserem lustigen NR-Abgeordneten.
|
Mayrhofen, 1. April 2007
Eine biologische Weltsensation gelang dem hiesigen Hobbybotaniker und Freizeitgärtner JJB. Nach jahrelangen Experimenten wurde sein Bemühen endlich von Erfolg gekrönt. Die von ihm gepflanzte Spitzschaufel aus steirischem Schmiedestahl mit einem Stiel aus Tiroler Esche hat in diesem Frühjahr ausgeschlagen, kurz geblüht und trägt bereits die Frucht in Form eines Handschäufelchens. Die Wissenschaft steht vor einem Rätsel. Der Autodidakt gibt sich bedeckt und bemerkt bescheiden: Die Düngung mit Mist des Schottischen Hochlandrindes und der frühe Longis waren ausschlaggebend. Die Folgen für neue Pflanzgattungen sind haarsträubend. JJB überlegt bereits, seine Harley einzugraben. Kemmentn Herbischt ban an guatn Zoachn.
|